Rückblick: Der 12. Mittelstandstag KölnRheinland im Zeichen von Cyber-Crime

Mit den Enthüllungen von Edward Snowden wurde das Thema Cyber-Crime in den Fokus der Öffentlichkeit und der Unternehmen gerückt. Jeden Tag gibt es neue Veröffentlichungen, die auch die Politik zum Handeln zwingen. Das Rahmenprogramm des Mittelstandstages in den Räumen der IHK Köln stand deshalb in diesem Jahr ganz im Zeichen aktueller IT-Security-Themen.

Keynote Jay TuckDer US-amerikanische Journalist und Autor Jay Tuck eröffnete den Tag mit einer Key-Note, in der er in einem weiten Bogen die Bandbreite der aktuellen Diskussionen aufzeigte. Dabei sparte er nicht mit Daten und Fakten. Den Anwesenden eröffnete sich durch die hohe Bandbreite an Informationen das Ausmaß moderner Angriffsmöglichkeiten sowie deren Interessengruppierungen bis hin zum Status Quo der bekannten und weitgehend unbekannten Praktiken und Möglichkeiten der Protagonisten.

Gerade für Unternehmen in wissensintensiven Branchen ist der Schutz ihrer Ideen, Produkte und Geschäftspraktiken in der heutigen Zeit so wichtig wie noch nie. Nicht nur der Industriespionage durch Mitbewerber aus dem In- und Ausland, sondern auch der gezielten Wirtschaftsspionage durch andere Länder müssen sich gerade die Unternehmen erwehren, die mit ihrer Innovationskraft das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden.

Doch es fängt bereits schon bei Fragestellungen an, die heutzutage jeden – von der Privatperson, über mittelständische Unternehmen bis hin zu Konzernen – interessieren müssen:

  • Wie sichere ich meine Daten?
  • Wo kann ich sensible Informationen sicher und effizient speichern?
  • Wie werde ich Herr über die Menge an Daten und Informationen?
  • Was sind die größten Gefahrenquellen für ein deutsches Unternehmen?

PublikumDiese Fragen, und welche Möglichkeiten ein Unternehmen hat, wurden im Rahmen der zweiten Veranstaltung, in einer großen Podiumsdiskussion, erörtert. Die anwesenden Gesellschafter, Vorstände und Geschäftsführer mittelständischer Familienunternehmen sowie Entscheider aus Konzernen, bekamen in einer lebhaften Diskussion die relevanten Fakten für ein deutsches Unternehmen aufgezeigt.

Nach der Vorstellung der Teilnehmer führte Markus Neuhaus, Vorstand der  Network People  aus Darmstadt, als Moderator durch die äußerst kurzweilige Gesprächsrunde. So wurden die großen Fragen zum Phänomen Cyber-Crime: „Wer, was, wie, wann und warum?“ ausgiebig erörtert.

PlenumSecurity ist nicht nur Technik, so Isabel Münch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). Security ist ein Prozess, in dem alle Mitarbeiter involviert sein müssen!. Isabell Münch ist Referatsleiterin des BSI und leitet die Allianz für Cyber-Sicherheit, einem Verbund von staatlichen Stellen und privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Die Sicherheit eines Unternehmens, gerade im internationalen Wettbewerb, ist eine Aufgabe an die Führungsetagen. Hierzu müssen Verantwortliche mit entsprechenden Kompetenzen explizit benannt werden und durch das Management unterstützt werden., so ergänzte Markus Stiefelhagen, Bereichsdirektor Neue Medien/Direktvertrieb, von der Kreissparkasse Köln.

PublikumIm Weiteren fokussierte die Diskussion die grundsätzlich wichtigen Themen aus Sicht der Unternehmen. Es sind nicht die Geheimdienste – selbst durch den Einsatz neuer Techniken, explizitem Knowhow und hohen Investitionen kann ein einzelnes Unternehmen diese nicht verlässlich aussperren. Es sind vielmehr die Gefahrenquellen im eigenen Unternehmen, die ein besonderes Augenmerk verdienen.

Unzufriedene oder übergangene Mitarbeiter, Geltungssucht, finanzielle Schwierigkeiten oder Anreize sind die eigentlichen Treiber für interne Täter. Dabei verfügen diese über Möglichkeiten, von denen ein Geheimdienst nur träumen kann., so führte Martin Wundram, ein staatlich anerkannter IT-Forensiker von DigiTrace, aus. In einigen Beispielen erläuterte er aus der Praxis, wie schwierig es teilweise ist, diese Täter zu überführen. Gerade wenn es sich bei den Tätern um Administratoren handelt, ist ohne tiefgehende, technische Kenntnisse jeder normale User überfordert., erläuterte er. Ruhe bewahren ist oberste Priorität und schnellstmögliche Sicherung der involvierten Hard- und Software notwendig., so Wundram weiter.

PlenumIn der anschließenden, offenen Diskussion mit dem Publikum wurden in teilweise sehr direkte Fragen die Nöte der Anwesenden thematisiert. Markus Neuhaus schloss die Podiumsdiskussion mit dem Appell an die Teilnehmer, sich die dargelegten und erörterten Ansätze zu Herzen zu nehmen. Die sehr positive Resonanz für die lebhafte und interessante Podiumsdiskussion quittierten die Anwesenden mit langem Applaus und anschließenden, individuellen Gesprächen mit den Teilnehmern.

Auch bei dieser Veranstaltung ist es Convent wieder einmal gelungen, mit interessanten Themen und einer gelungenen Messe im Foyer, dem anwesenden Unternehmen eine tolle Plattform für Informationen und deren Austausch zu bieten.